PIRATEN Hamburg-Nord

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Turmbau zu Barmbek

Was bisher geschah:

Die Fuhlsbütteler Straße soll 2014 von einem Büromonstrum mit 15 stöckigem Hochpunkt überschattet werden, um der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) Platz für bis zu 500 Angestellte zu bieten. So entschieden zumindest zur Überraschung der Barmbeker der Stadtentwicklungsausschuss und das Bezirksparlament. Damit wurde die jahrelange Arbeit des Sanierungsbeirates, in dem ortsansässige Bürger sich für ein lebendiges Zentrum ihres Stadtteils eingesetzt hatten, kurzerhand übergangen. Ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der Anwohner wurden Planungen eines stadtbekannten Großinvestors (ECE) vorangetrieben und von der Politik wohlwollend begleitet. Der Bezirksverband Hamburg-Nord der Piratenpartei sieht diesen undemokratischen Umgang mit nachvollziehbaren Interessen der Bürger mit Sorge. Die Durchsetzung einer weiteren Spekulationsimmobilie nach Gutsherrenart darf nicht geduldet werden.
Auf der Fläche am Bahnhof muss das dringend benötigte Stadtteilzentrum für alle Barmbeker entstehen!

Turmbau zu Barmbek Lagekarte

Auf der Fläche des ehemaligen Busbahnhofs und der P+R-Parkplätze soll das “Büromonstrum” entstehen.

 

Hintergrund:

Das Areal rund um den Barmbeker Bahnhof ist sanierungsbedürftig, das leerstehende Hertie-Gebäude ein „Schandfleck“. Deswegen wurde es 2005 vom Hamburger Senat als Sanierungsgebiet eingestuft. Mit einem Mix aus Wohnen, Arbeiten, Einzelhandel und Kultur schuf der neu gegründete Sanierungsbeirat das Konzept für ein lebendiges Stadtteilzentrum: das neue Herz für Barmbek.
Im Juni 2012 präsentierte die ECE entgegen der Priorität der Hertie-Ruine Entwürfe für einen Bürokomplex auf dem benachbarten Busbahnhof. Die VBG macht als künftiger Mieter Druck und will im März 2015 einziehen. Im Dezember 2012 wurde der Architektur-Wettbewerb beendet: ein 15-stöckiger Turm. Ein zweiter Hochpunkt auf dem Hertie-Grundstück ist im Entwurf schon zu erkennen.
Turmbau zu Barmbek - Busbahnhof

Ehemaliger Busbahnhof Barmbek: Handlungsbedarf besteht – aber nicht ohne Bürgerbeteiligung.

 

Wir kritisieren:

  • Falsches Demokratieverständnis
    Wirtschaftsbehörde und Planungsgesellschaft ignorieren vehement die Ideen der Bürger und des Sanierungsbeirats sowie die Vorgaben des noch gültigen Bebauungsplans. Da dem Bezirk quasi die Pistole auf die Brust gesetzt wurde, muss bezweifelt werden, dass es jemals um die Interessen des Stadtteils ging: Alternativlose Politik à la Olaf Scholz.
  • Falsches städtebauliches Konzept
    Der Barmbeker Bahnhof muss ein Zentrum für alle werden. Eine sinnvolle Planung würde den Hertie-Komplex miteinbeziehen. Die Nutzung der exzellenten Bahnhofslage durch einen privaten Investor ist ein Symbol für den Ausverkauf öffentlichen Grunds, der von der aktuellen Politik anscheinend gewollt ist.
  • Falsche Nutzung
    Große Bürobauten führen zur Verödung von Stadtteilen. In Hamburg gibt es bereits 1,5 Millionen Quadratmeter leerstehenden Büroraum, unter anderem in der benachbarten City Nord. Eine Prüfung alternativer Standorte muss für die VBG Priorität haben.
  • Falsche Architektur
    Das Bürohochhaus wird das Aussehen des Stadtteils negativ beeinflussen und eine Richtungsentscheidung für weitere Bauten in ähnlicher Höhe werden. Ansätze hierzu sind bereits in den Entwürfen sichtbar. Auch in der Maurienstraße wurden nun Pläne eines neuen Telekom-Hochhauses bekannt.

 

Wir fordern:
Transparenz und echte Bürgerbeteiligung!
Die Ergebnisse der Arbeit des Sanierungsbeirats müssen respektiert und in den Planungen deutlich mehr Berücksichtigung finden. Bürger müssen und wollen frühzeitig über Entwicklungen informiert und in Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

Turmbau zu Barmbek - Flyer

An wöchentlichen Infoständen informieren die Piraten aus Hamburg-Nord die Barmbeker Bürger über den geplanten Turmbau.

 

Mehr Informationen:

Informationsveranstaltung  15. Januar 2013, 19 Uhr, Tieloh 22 (Auferstehungskirche Nord-Barmbek)

Piraten-Infostände  regelmäßig rund um den Barmbeker Bahnhof und an der Fuhle

Telefon  (040) 410 97 123

E-Mail  info.nord@piratenpartei-hamburg.de

Piratentreffen  jeden letzten Donnerstag im Monat, 19:00 Uhr im Café Erdgeschoss, Alte Wöhr 13a, 22307 Hamburg


6 Kommentare zu Turmbau zu Barmbek

  1. Markus meinte am

    Wie kann ein Büroturm, in dem 600 Menschen arbeiten, zur Verödung eines Stadtteils führen? Noch dazu ein Büroturm, der eingebettet ist in ein Viertel mit dichtem Einzelhandel?

    Was zur Verödung führt, ist vielmehr die aktuelle Situation, bzw. der momentane Zustand des Areals seit der Schliessung des Hertie-Kaufhauses im Jahr 2009. Immerhin: seit der Umbau des Barmbeker Bahnhofs für jeden sichtbare Gestalt angenommen hat und nun auch auf der Nordseite (alter Busbahnhof) im Gange ist, hat sich die Situation zumindest in mancher Hinsicht schon etwas gebessert.

    Ja, man kann und soll den massenhaften Büroleerstand beklagen, wie er z.B. in der Hafencity oder auch in bestimmten Innenstadtlagen produziert wurde – denn dieser trägt ganz sicher zur Verödung bei. Aber gerade das ist ja in Barmbek nicht geplant. Der Turm, von dem wir hier reden ist quasi schon voll vermietet. Was 600 dort arbeitende Leute für den Einzelhandel in der Umgebung bedeuten würden, muss man doch nicht lange erklären.

    Die Ladeninhaber auf und rund um die Fuhle brauchen so einen Impuls, und zwar recht bald. Für das Museum der Arbeit – von dem wir nur mit viel viel Glück sagen können, dass es überhaupt noch in Barmbek beheimatet ist – wäre es auch von Vorteil. Von Vorteil ist überhaupt alles, was das Viertel belebt. Jetzt ist es halt konkret der geplante Büroturm, gut so.

    Wie gut kennt ihr Barmbek und das besagte Viertel rund um den Bahnhof? Und warum ist das Gelände in der Maurienstrasse das besser geeignete. Und vor allem: besser geeigent für was? Und wann? Das sind die Fragen, die ich an euch habe.

    • Hartwig meinte am

      Hallo Markus,

      zu einer echten Belebung hat die schlichte Anwesenheit eines solchen Bürogebäudes an seinem jetzigen Standort jedenfalls nicht geführt – die Gegend um den Deelbögenkamp herum ist eher trostlos. Und an einer Belebung der Gastronomieszene rund um den Bahnhof möchte ich angesichts der geplanten eigenen Kantine der VBG nicht glauben.

      Wir sind uns einig, dass es so, wie es ist, nicht bleiben kann. Darum möchten wir die Vorschläge des Sanierungsbeirates aufgreifen und an dieser Stelle einen für Pendler (man spricht von 60.000 (!) Bus- und Bahnfahrern, die täglich in Barmbek das Verkehrsmittel wechseln) attraktiven Wirtschaftstandort mit kleinerem und größerem Einzelhandel (als Magnet) schaffen.

      Barmbek und das “Bahnhofsviertel” könnte mit der ursprünglich geplanten “Piazza” aus der Schmuddelecke herauskommen und endlich tagsüber, aber auch Abends und Nachts für Menschen und potenzielle Kunden attraktiv werden. Dagegen sind die geplanten 600 Arbeitsplätze aus unserer Sicht eher der berühmte “Tropfen auf den heißen Stein”.

      • till meinte am

        Barmbek kann froh sein da Arbeitsplätze hinkommen, von Arbeitnehmern in Geld im Einzelhandel lassen. Ansonsten können sich die Barmbeker noch ein paar Jahre am Hertie erfreuen. Bis irgendwann mal ein Invester kommt und da einen Baumarkt hinsetzt.

        Für ein schickes Stadtzentrum mit Gastronomie, kleinen Geschäften und schönen Platz fehlt es dauerhaft an Geld in in Barmbek zur Zeit an der entsprechenden Kundschaft.

        Also liebe Wutbürger, wer was besseres auf die Beine stellen kann und nicht nur träumt, soll’s machen. – Unternehmer sein.

      • Till rosso meinte am

        Wer die Gegend um den den Deelbögenkamp mit dem Barmbeker Bahnhofsareal vergleicht, der führt seine Inkompetenz vor. Oder was schlimmer ist, sein notorisches Dagegensein.

        Wenn die Fuhle wieder eine attraktive Einkaufsstraße werden soll, dann braucht’s Kundschaft. Und 600 Arbeitnehmer einer Versicherung sind mit Kaufkraft gesegnet.

        Außerdem glaube ich nicht, dass noch ein Stadtteilzentrum in Barmbek notwendig ist. Die benachbarte Zinnschmelze sollte mal besser gefördert werden. Und dieses lämende Eck zwischen Hauptverkehrsstraßen und Bahndamm ist nicht wirklichgeeignet für Wohnungen.

        Ein nicht zu groß dimensionierte EKZ und das Bürogebäude sind schon eine gute Lösung.

        Politisch korrekt wäre natürlich, dort eine Uni anzusiedeln – aber welche Uni will schon nach Barmbek?

        • Markus meinte am

          Es ist sehr fraglich, ob die 600 Arbeitnehmer wirklich Kaufkraft in die Fuhle bringen. Die weitaus meisten werden morgens mit ihrem Auto in die Tiefgarage fahren (oder über den direkt benachbarten Bahnhof ankommen), arbeiten und abends wieder nach Hause fahren. Eventuell statten sie dem Einkaufszentrum nebenan noch einen kurzen Besuch ab, aber ich bezweifle, daß sie nach der Arbeit durch die Fuhle flanieren.

          Genauso wird das Einkaufszentrum der ECE die Kaufkraft eher aus der Fuhle herausziehen, als welche in die Fuhle bringen. Das Zentrum wird wie jedes Zentrum der ECE als Publikumsmagnet fungieren, als Stadt in der Stadt mit Elektronik, Lebensmitteln, Kleidung, Eisladen, Gastronomie etc. etc. – so daß der Konsument gar nicht mehr aus dem EKZ treten muss. Praktischerweise hat er darunter noch eine Tiefgarage und nebenan die S-/U-Bahn (am der Fuhle nicht zugewandten Ende). Meiner persönlichen Vermutung wird das die Fuhle stark negativ beeinflussen.
          Ich empfehle hierzu den guten Beitrag von Plusminus: http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/swr/2013/einkaufszentren-100.html

          Ein Stadtteilzentrum mit einem großzugügen Platz und am Rand etwas Gastronomie, in den oberen Etagen Wohnungen, Arztpraxen oder Räume für den Stadtteil… das wäre es gewesen. Damit hätte man die Leute eventuell auch mal aus dem EKZ herauslocken können. Aber diese Kombination ist mehr als schlecht für die Fuhle – und für Barmbek.

  2. Heino meinte am

    Hallo,
    am 31.10.2012 gab es im Museum für Arbeit eine Veranstaltung, auf der auch über dieses Thema gesprochen wurde. Sowohl der Sanierungsbeirat, als auch das ‘Büro für lokale Wirtschaft’ und die ‘IG-Fuhle’, lehnen diesen Turmbau eher ab. Herr Rohloff vom ‘Büro für lokale Wirtschaft’ und der ‘IG Fuhle’, die immerhin 95 Mitglieder hat, sprach sogar wörtlich vom ‘schlimmst möglichen Fehler’ für den Stadtteil. Er begründete es u.a. damit das eh schon nur eine Kaufkraftquote von nur 33% bei den ansässigen Geschäften bleibe und das weitere Kleingeschäfte mit gleichen oder ähnlichem Angebot wie bereits vorhanden, nur einen ‘innerstadtteilichen’ Kannibalismus zur Folge hätten. Ausserdem warnte er davon, dass am Barmbeker Bahnhof der gleiche Fehler wie in Altona mit dem Merkado gemacht würde. Das Argument von Arbeitsplätzen greift nicht, da diese ja bereits im Bezirk HH-Nord sind und ‘nur’ umziehen und es durch die Mitarbeiter der Versicherung an der Deelböge ja auch nicht zu einem ‘Wirtschaftswunder’ gekommen ist. Eher kommt es durch diese zusätzlichen Nutzer von ÖPNV, der zu den entsprechenden Zeiten im Berufsverkehr ja schon überlastet ist, und durch den Wegfall des ja immer voll belegten Parkplatzes, zu einer Verschlechterung der Verkehrssituation am Bahnhof Barmbek. Der Versicherung scheint es ziemlich egal zu sein, wo genau sie hinzieht, für die scheint es nur wichtig zu sein, ab 2015 eine wohlgefällige Alternative zur Deelböge zu haben, da dort dann die Mietverträge auslaufen. So bliebe einzig die ECE, die einen wirklichen, erkennbaren Nutzen zu haben scheint. Herr Rohloff und auch der Stadtteilbeirat sehen als einzigst wirkliche Zukunft für den Standort die Umsetzung der vom Stadtteilbeirat vorgelegten Pläne und den neubau von Großhandel, durch einen Ankerinvestor, auf dem Hertiegrundstück. Ich als Bürger, der fast 25 Jahre direkt im Quartier gewohnt hat, kann mich diesen Plänen auch eher anschliessen, da in Barmbek eben genau ein ‘Karstadt/Hertie’ fehlt und kein Versicherungshochhaus.

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